ÜBER 25 JAHRE IM DIENSTE DER MEHRSPRACHIGKEIT

Das Übersetzungszentrum für die Einrichtungen der Europäischen Union ist eine Agentur der Europäischen Union. Es wurde 1994 in Luxemburg gegründet und seine Hauptaufgabe besteht darin, den anderen dezentralen EU-Agenturen Übersetzungs- und Sprachdienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Es kann auch diejenigen EU-Organe und -Einrichtungen unterstützen, die über eigene Übersetzungsdienste verfügen, wenn deren Arbeitsbelastung besonders hoch ist oder bestimmte Projekte durchgeführt werden sollen. Insgesamt übersetzt das Zentrum für 70 Kunden (Auftraggeber). Ende 2020 waren insgesamt 220 Mitarbeiter, darunter Beamte, Bedienstete auf Zeit und Vertragsbedienstete, beschäftigt.

Mit der stetig wachsenden Zahl der EU-Amtssprachen und Kunden mit sehr speziellem Aufgabenbereich ist auch das Zentrum kontinuierlich weitergewachsen. Im Laufe der Jahre hat das Übersetzungszentrum umfangreiche Erfahrung dabei erworben, den spezifischen Bedürfnissen seiner Kunden gerecht zu werden – sei es im Hinblick auf Arten von Dienstleistungen, Dateiformate, Lieferfristen, Fachgebiete oder die Vielzahl der möglichen Sprachkombinationen (rund 750).

Der zweite Auftrag des Zentrums besteht darin, sich an der interinstitutionellen Zusammenarbeit auf EU-Ebene zu beteiligen, um Arbeitsmethoden rationeller zu gestalten und Skaleneffekte zu erzielen. Seit 2003 entwickelt und verwaltet das Übersetzungszentrum im Auftrag seiner institutionellen Partner zudem die interinstitutionelle Terminologiedatenbank IATE.

 

 

 


1994
 
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EU flag

Am 28. November 1994 verabschiedet der Rat der Europäischen Union die Verordnung (EG) Nr. 2965/94 zur Errichtung des Übersetzungszentrums.

 
 
1995

11

EU-Amtssprachen

20 000

übersetzte Seiten

7

Kunden

Der erste Direktor des Zentrums
Francisco de Vicente 
Oktober 1995 – Januar 2005
1995 wird eine Änderung der Gründungsverordnung angenommen, um das Kundenportfolio zu erweitern und dem Zentrum eine Rolle bei der interinstitutionellen Zusammenarbeit zuzuweisen.
1997
 
Das Zentrum zieht aus Luxemburg-Stadt in das Nouvel-Hémicycle-Gebäude in Luxemburg-Kirchberg um, wo die meisten EU-Organe ihren Sitz haben.
 
 
1998
 

200 000

übersetzte Seiten

12

Kunden

2001
 
„Flosys“ wird eingeführt; hierbei handelt es sich um ein intern entwickeltes, fortschrittliches IT-Tool für den kompletten Übersetzungsablauf vom Eingang eines vom Kunden angeforderten Dokuments beim Zentrum bis zur Lieferung der übersetzten Sprachfassung(en).
Für die Abwicklung des Übersetzungsprozesses für Gemeinschaftsmarken wird das Tool „Nemo“ eingeführt.
 
 
2002
 

1 000 000

übersetzte Seiten

2003
 
Die Europäische Stiftung für Qualitätsmanagement (EFQM) bescheinigt dem Zentrum sein Engagement für Spitzenleistungen in Europa.
Das Zentrum wird Projektinitiator und Projektmanager für IATE (InterActive Terminology for Europe), die gemeinsame Terminologiedatenbank aller Organe und Einrichtungen der Europäischen Union.
 
 
2004
 

20

EU-Amtssprachen

 
Die große Osterweiterung im Jahr 2004, mit der sich die Zahl der EU-Sprachen von 11 auf 20 beinahe verdoppelt, leitet eine neue Ära für das Zentrum ein.
2005
 
Amtierende Direktorin
Marie-Anne Fernández Suárez 
Januar 2005 – April 2006
Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens veranstaltet das Zentrum eine Konferenz zum Thema „Mehrsprachigkeit um jeden Preis“.
 
 
2006
 
Die zweite Direktorin des Zentrums
Gailė Dagilienė 
Mai 2006 – Oktober 2013 
2007
 
Bulgarien und Rumänien treten der EU bei und das Irische wird ebenfalls EU-Amtssprache, wenn auch im Rahmen einer Ausnahmeregelung. Im Zuge dessen erweitert das Zentrum sein Portfolio um diese Sprachen.
Die interinstitutionelle EU-Terminologiedatenbank IATE wird öffentlich zugänglich gemacht.
Leonard Orban, das für Mehrsprachigkeit zuständige Kommissionsmitglied, besucht das Zentrum.

23

EU-Amtssprachen

 
2010
 
Zur Feier seines 15-jährigen Bestehens richtet das Zentrum eine Konferenz zum Thema „Die Sprache Europas – Übersetzen für die EU“ aus.
Das Zentrum ersetzt „Nemo“ durch das Workflow-Tool „Tr@Mark“ für die Verwaltung des Übersetzungsprozesses für Gemeinschaftsmarken.
2011
 
Das Zentrum schaltet „ECHA-term“ frei, eine mehrsprachige Online-Terminologiedatenbank, die für die Europäische Chemikalienagentur entwickelt wurde.
 
 
2013

8 000 000

übersetzte Seiten

24

EU-Amtssprachen,
jetzt einschließlich Kroatisch

Amtierende Direktorin
Marie-Anne Fernández Suárez 
Oktober 2013 – Juli 2015 
Das Zentrum zieht in seine jetzigen Räumlichkeiten im Drosbach-Gebäude in Luxemburg-Stadt um und unterzeichnet sein Sitzabkommen mit dem Großherzogtum Luxemburg.
2015
 
Amtierender Direktor
Benoît Vitale
August 2015 – Dezember 2015

9 000 000

übersetzte Seiten

61

Kunden

 
2016
 
Die dritte Direktorin des Zentrums
Máire Killoran
Januar 2016 – Dezember 2018 
Das Zentrum führt „eCdT“ ein. Hierbei handelt es sich um ein neues, eigens konzipiertes System für die Verwaltung des Übersetzungs-Workflows, das das Vorgängersystem „Flosys“ ablöst.
2017
 
Studie über das Übersetzungszentrum als der Sprachdienstleister für die Agenturen und Einrichtungen der EU. Die Studie bestätigt die Daseinsberechtigung des Zentrums. 
 
 
2018

65

Kunden

Einführung einer umfassend überarbeiteten neuen Version von IATE 
Annahme eines strategischen Konzepts und zweijährigen Transformationsplans  
Das Zentrum vereinbart mit dem Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) ein zweijähriges Kooperationsprogramm für die Entwicklung neuer Sprachdienstleistungen und die Optimierung der Kerngeschäftsprozesse,  um seine Effizienz zu steigern und das Kundenerlebnis zu verbessern. 
2019
 

12 800 000

übersetzte Seiten

68

Kunden

Amtierender Direktor
Benoît Vitale
Januar 2019 bis heute
Das Zentrum beginnt mit der Umsetzung seines zweijährigen Transformationsplans. 

 

2020
Das Zentrum schließt die Umsetzung seines Transformationsplans ab und führt neue Dienstleistungen, Prozesse und Tools ein.

13 400 000

übersetzte Seiten

69

Kunden

 
2021
 
Das Zentrum führt eine ganze Reihe neuer Dienstleistungen ein: automatische Übersetzung, maßgeschneiderte maschinelle Übersetzung, automatische Transkription, „Paste-‘n’-go“-Übersetzung und „Light Post-Editing“.